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Windows 8 Schnellstart: Dateisystem gefährdet

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Wer hätte das gedacht: Die Schnellstartfunktion von Windows 8 kann zu einem inkonsistenten Dateisystem inklusive Dateiverlust führen. Eintreten kann dieser Fall, wenn Microsofts Windows 8 aus dem Schnellstartmodus heruntergefahren wird und danach mithilfe eines anderen Betriebssystems, beisliepsweise Linux, auf die Windows 8 Partition schreibend zugegriffen wird.

Den aktivierten Schnellstartmodus nennt man auch Fast Boot. Windows 8 fährt nicht komplett herunter, sondern versetzt das System in eine Art Schlafmodus, das ähnelt dem Hilbernate-Modus. Mit dieser Möglichkeit schafft es Windows 8, das System in ungefähr zehn Sekunden zu starten. Im Vergleich: Windows 7 benötigt dafür ca. 45 Sekunden.

Die System-Wiederherstellung geschieht dabei über die Datei hiberfil.sys, in der beim „richtigen“ Schlafmodus (Hibernate) der Zustand des gesamten Systems festgehalten wird. Bei „Fast Boot“ wird ningegen nur der Zustand des Kernels und der Dateisysteme, aber nicht die Session des Nutzers festgehalten. Daher startet das System in eine leere Session.

In Umgebungen, in der mehrere Betriebssysteme gebootet werden können, macht Fast Boot keinen Sinn, da der Systemstart länger ausfällt als ein Start ohne Schlafmodus, falls zuletzt etwas anderes als Windows 8 gebootet wurde. Der Start dauert länger, da dabei der Bootmanager zuerst die Datei hilberfil.sys löschen und dann einen ganz normalen Systemstart durchführen muss.

Dass Fast Boot aber auch zu einem inkonsistenten Dateisystem bis hin zum Datenverlust führen kann, entdeckten im vergangenen September die Entwickler des NTFS-Dateisystem-Treibers für Linux, den NTFS-3G. Der von der finnischen Firma Tuxera entwickelte Treiber ermöglicht unter Verwendung von FUSE das Lesen und Schreiben auf NTFS von Linux aus.

Fährt der Rechner mit aktiviertem FastBoot in den Schlafmodus, wird auch ein Abbild des aktuellen Zustands des Dateisystems in der Datei hiberfil.sys festgehalten. NTFS-3G sieht aber nur bei Zugriff auf die Systempartition, dass Windows nicht komplett heruntergefahren ist. Bei Datenpartitionen wird der Zustand nicht erkannt und der Treiber greift unter Umständen schreibend auf das Dateisystem zu. Windows 8 sieht aber später beim Aufwachen die veränderten Daten nicht und arbeitet mit dem vorher gespeicherten Zustand des Dateisystems. Hier ist Datenverlust vorprogrammiert. Nach einem vollständigen Neustart des Systems werden die veränderten Daten dann sichtbar, sind aber meist beschädigt.

Inzwischen gibt es im Entwicklungszweig des Treibers eine aktualisierte Version von NTFS-3G, die diesem Umstand Rechnung trägt und erkennen kann, das Windows 8 nicht vollständig beendet wurde. Dann wird die betreffende Partition lediglich schreibgeschützt eingebunden. Offiziell gibt es den angepassten Treiber noch nicht, lediglich Fedora und Knoppix verwenden ihn bislang in ihren aktuellen Veröffentlichungen. Benutzer anderer Distributionen wie Debian, OpenSuse und deren Derivate bieten diesen Schutz noch nicht. Da, wie schon beschrieben, FastBoot in einer DualBoot-Umgebung nicht wirklich sinnvoll ist, sollten Nutzer einer solchen Umgebung in Betracht ziehen, FastBoot in der Systemsteuerung unter Energieoptionen auszuschalten.

Gefahr besteht aber nicht nur in Dual-Boot-Systemen, sondern ebenso beim Booten von Rettungsmedien von CD, DVD oder einem USB-Stick.

 

Quelle: computerbase.de

Marcus Schedel

Autor: Marcus Schedel

IT-Supporter, Webmaster, Vater, Schreibling, technischer Schraubendreher, Möglichmacher, durch Erfahrungen in unterschiedlichen Unternehmen versierter Allrounder, Freewareempfehler und -selbstnutzer

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