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Computerspielsucht von WHO offiziell zur Krankheit erklärt

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Computerspielsucht wird global als Krankheit anerkannt

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat die Sucht nach Computerspielen offiziell als Krankheit eingestuft. Gaming Disorder oder Computerspielsucht wird in neuen Katalog der Krankheiten (ICD-11), hinter Glücksspielsucht aufgenommen. Der Katalog erscheint am 18. Juni 2018.

Die Weltgesundheitsorganisation arbeitet seit 2007 an der Neufassung des weltweit anerkannten Klassifikationssystems für medizinische Diagnosen. Dieser Katalog listet sämtliche bekannte Krankheiten auf und weist ihnen einen Code zu, den Mediziner und Einrichtungen für ihre Aktenvermerke verwenden können. Das international einheitliche System ermöglicht und vereinfacht die statistische Auswertung von Gesundheitsstatistiken aus aller Welt.

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Störungen aufgrund von Suchtverhalten: Spielstörung

In der Kategorie „Störungen aufgrund von Suchtverhalten“ wird nun zwischen Glücksspielsucht („Gambling Disorder“) und Spielstörung („Gaming Disorder“) unterschieden. Die Beschreibung macht deutlich, dass mit letzterem die Sucht nach Videospielen gemeint ist, egal ob diese online oder offline gespielt werden.

Die WHO versteht unter einer Computerspielsucht ein „anhaltendes oder wiederkehrendes Spielverhalten“, das im Wesentlichen von drei Symptomen begleitet ist. Süchtig nach Videospielen ist man, wenn: 1. Keine Kontrolle mehr über das Spielverhalten hat, also Dauer, Häufigkeit und Intensität nicht mehr selbst bestimmt sind. 2. Dem Spielen so viel Zeit einräumt, dass andere Interessen und Aktivitäten darunter leiden. 3. Negative Folgen hingenommen werden, um den Spieldrang weiter zu befriedigen.

Die Verhaltensstörung sei vor allem dann ernst zu nehmen, wenn sie zu erheblichen Beeinträchtigungen im Leben der Betroffenen führe, etwa im familiären, sozialen oder beruflichen Bereich. Nach Einschätzung der WHO müssen für eine zuverlässige Diagnose alle die oben genannten Faktoren über einen Zeitraum von mindestens zwölf Monaten vorliegen. In Extremfällen könne die Computerspielsucht aber auch schon früher attestierbar sein.

Weitreichende Folgen

Diese WHO-Entscheidung hat weitreichende Folgen. Nationale Gesundheitssysteme, Krankenkassen, Ärzte, Krankenhäuser und Hilfseinrichtungen orientieren sich nämlich an dem Klassifizierungssystem der WHO. Mit der Anerkennung der Computerspielsucht als offizielle Krankheit werden Krankenkassen die Behandlung von „spielgestörten“ Patienten bezahlen müssen, sobald die ärztliche Diagnose vorliegt.

Andy Przybylski, Psychologe an der Universität Oxford warnt mit rund 30 Kollegen vor dem WHO-Schritt. „Es besteht das Risiko, dass solche Diagnosen missbraucht werden“, schreiben die Experten. Es müsse geprüft werden, ob bei exzessiv spielenden Patienten nicht eher zugrundeliegende Probleme wie Depression oder soziale Angststörungen behandelt werden müssten.

Quelle: heise.de

 

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